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Mit seiner besonderen Fähigkeit zur minimalistischen Motivabstraktion eignet sich das Schwarzweiß-Verfahren besonders zur künstlerischen Intensivierung einer Bildaussage und ist deshalb gerade in unserer Zeit der allgegenwärtigen „bunten Bilder“ für viele Fotografen das Ausdrucksmedium ihrer Wahl, wobei sich die grundlegenden fotografischen Problemstellungen kaum von denen der Farbfotografie unterscheiden. Nur in einer entscheidenden Einzeldisziplin gibt es zwischen beiden Gattungen einen unvereinbaren Gegensatz: Zentraler Gestaltungsfaktor eines guten fotografischen Schwarzweiß-Bildes ist das Motiv und dessen wirkungsvoll inszenierte formale Grauwertdynamik, in der Farbfotografie treten an diese Stelle die Gestaltungsmöglichkeiten der Kategorie Farbe, wobei Beobachten, Erkennen und Bewerten von fotogenen Farbvaleurs und deren fotografische Umsetzung gänzlich andere Anforderungen an den Fotografen stellen als das primär formale Denken in Helligkeitsnuancen und ihre ausdrucksstarke Umsetzung in grafisches Schwarzweiß.
Durch die „Übersetzung“ der farbigen Realität in die reduzierte Dimension der Grauwerte und ihre extremen Ausprägungen „Schwarz“ und „Weiß“ schafft sich die Schwarzweißfotografie ihre eigene abstrahierende Bildästhetik, die in vielerlei bildgestalterischen Aspekten andere Ansprüche an den Fotografen stellt als die primär mit der Farbe arbeitende Farbfotografie: Kontrast- und Helligkeitsnuancen und ihre grafischen Beziehungen zueinander sind die zentralen Gestaltungskategorien des Schwarzweißfotografen – sie setzen einerseits ein spezielles fotografisches Sehen voraus, andererseits eine besondere fotografisch-handwerkliche Technik, die eigentlich nur jenseits jeglicher Standardisierung angemessene Bildresultate ermöglicht.
Quelle Wikipedia

